Mein Werk «Der Weg aus der Grümpelkammer. Das moderne Heilsversprechen.» war Teil der Gruppenausstellung im Estrich eines der Himmelrich-Blöcke.

Woran glaube ich (noch)? Glauben bedeutet für mich eine Hoffnung auf die Erfahrung von Zufriedenheit. Ein vertrauen auf das sich einstellen eines Moments, der absolut positiv ist. Es gibt diese zufriedenen Momente. Was begünstigt sie? Was hindert mich und mein Umfeld daran, sie öfter zu erleben?

Ist es die Pflege von Hab und Gut? Die Pflege von Kontakten zwischen Mensch und Mensch die surreal, virtuell, indirekt und leer sind? Was sagen uns Plakate, Ratschläge, Reporter oder Hirnzellen? (Schublade 1.)

Manchmal glaube ich an mich selbst. An ein berührendes Gespräch, Momente eines gegenseitigen Verständnisses, intuitiv, einfach, weil dem Gegenüber gewahr. Unser Wohlstand ermöglicht uns den Verzicht auf Besitz. Wir müssen unsere Zukunft nicht damit absichern. Also löse dich vom Besitz. Der begehbare Kleiderschrank. Das 25igste Paar Hosen, da die Farbe und der Schnitt ein wenig anders sind. (Schublade 2.)

Und was ist das hier? Irgendwie bist du auf meiner Website gelandet. Und nun bombardiere ich dich mit solchem Wischiwaschigewäsch. Und ich, ich haue in die Tastatur und habe bewusst keine Ahnung davon und keine Kontrolle darüber, wen meine Zeichen erreichen. Hallo du, du bist gerade mein Gegenüber. Verschoben in Zeit und Raum. Wie nährt uns das? Mich machts konfus. Also reduziere den Gebrauch einseitiger Kommunikationskanäle. (Schublade 3.)

Es klingt naiv. Aber sind das nicht alle Religionen in ihren Grundideen? Also besitze ich weniger und weniger. Also konsumiere ich bewusst und bescheiden. Also versuche ich, mein soziales Netzwerk zu pflegen, es besser zu verstehen und direkter zu gestalten. Doch wer macht da mit? Am Ende lande ich in der Natur und gleichzeitig in der perfekten Künstlichkeit. (Schublade 4.)

Ist das Scheitern? Ist das ok? Und bin ich nun selbstgenügsam zufrieden? Die Hasen laufen im Kreis, gebären sich aus sich selbst, zu sehen, zu spüren, abzuschalten, die Augen wieder geöffnet, oh weh, Härte.

 

Pointe: Nach der Ausstellung erhielt ich einen Anruf. Diese Kommode, das sei genau so eine, wie sie sie seit Jahren suche. Sie passe perfekt in den Gang … ja, die Hasen seien schrecklich, aber sie könne ja ein Tuch drüber tun … im Tausch für eine Massagesitzung mache ich aber nun den Besseren, die sei sicherlich billiger gewesen die Kommode. Und nun so verschnitzt ja auch weniger wert.

Der Schrei in den Wald … was ein Feedback.

 

Die Zeilen hier lagen in Schublade 1.

IMG_1629 IMG_1630 IMG_1631

SELBSTAUSDRUCK

2017-08-09T23:23:12+00:00